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    10.03.2013 - Automobil Revue
    Porsche: Rennwagen für die Strasse

    Mit dem neuen GT3 setzen die Stuttgarter einmal mehr Masstäbe – 475 PS, 3,5 s auf Tempo 100 und eine aktive Hinterachslenkung.

    Als im September 1963 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt ein neuer Sportwagen das Licht der Welt erblickte, konnte niemand sich vorstellen, dass es ihn 50 Jahre später immer noch geben würde.
    Doch der Porsche 911 feiert 2013 fröhliche Urstände, und zu seinem Jubeljahr haben die Stuttgarter den Fans ein besonderes Geschenk gemacht – den neuen Porsche 911 GT3. Seit 1999 gibt es diese sportliche Variante des Elfers und die neueste, fünfte Generation dieses «Rennwagens mit Strassenzulassung» legt die Messlatte für die Konkurrenz wieder mal höher.

    Angetrieben wird der GT3 von einem neu entwickelten 3,8-L-Sechzylinder-Boxermotor, der erstmals in diesem Modell über eine Direkteinspritzung verfügt.

    Wie bisher schon wird die Ölversorgung in schnellen Kurven auf der Rennstrecke von einer Trockensumpfschmierung garantiert. Das neue, 25 kg leichtere Hochdrehzahl-Triebwerk wird erst bei maximal 9000/min vom Begrenzer abgeregelt. Der Motor leistet 350 kW (475 PS) bei 8250/min und stemmt ein Höchstdrehmoment von 440 Nm bei 6250/min auf die Kurbelwelle.

    Die Kraft des Boxers wird über ein speziell abgestimmtes 7-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe (PDK) auf die Hinterräder übertragen. In der Automatikfunktion kann der Fahrer zwischen zwei Modi wählen: Sport und Race Track. Manuell wird über den Wählhebel oder zwei Lenkrad­paddel geschaltet, wobei die Charakteristik auch hier absolut auf Dynamik ausgelegt ist und Schaltzeiten unter 100 Millisekunden ermöglicht.

    QUERDYNAMIK

    Dieses Kraftpaket hat lediglich 1430 kg Leergewicht zu bändigen und macht das mit der entsprechenden Souveränität: Nach gerade mal 3,5  s hat der GT3 Tempo 100 erreicht, die Tachonadel kommt erst bei 315 km/h zum Stillstand. Dabei hat der Sport-Elfer einen Normverbrauch von 12,4 L/100 km, mit entsprechendem CO2-Wert von 289 g/km.

    Doch die beeindruckende Längsdynamik ist nur die eine Seite der Medaille. Denn für schnelle Rundenzeiten ist die Querdynamik mindestens ebenso wichtig.

    Und hier bringen die Zuf­fenhausener eine neue Technologie ins Spiel. Der GT3 ist der erste Serien-Porsche mit einer aktiven Hinterachslenkung. Das System besteht aus zwei elektromechanischen Aktuatoren, die die Spurlenker links und rechts an der Hinterachse ersetzen und den Lenkwinkel der Hinterräder je nach Geschwindigkeit um bis zu 1,5 Grad variieren können.

    Bis Tempo 50 lenken die Hinterräder entgegengesetzt zu den Vorderrädern, wodurch das Einlenkverhalten positiv beeinflusst wird. Über 80 km/h wird gleichsinnig zu den Vorderrädern eingeschlagen, was die Stabilität in Kurven erhöht.

    Dazu spendiert Porsche dem GT3 eine elektronisch geregelte, vollvariable Hinterachssperre, grössere Räder – vorne 9 J×20 mit 245/35-ZR-20-Reifen, hinten 12 J×20 mit 305/30-ZR-20-Reifen – und eine verbesserte Bremsanlage mit Verbund-Bremsscheiben. Diese wurden hinten auf 38 cm vergrössert. Eine neu entwickelte Frontschürze und ein grosser Heckflügel garantieren den erforderlichen aerodynamischen Abtrieb.

    Das Ergebnis all dieser Massnahmen lässt sich am besten mit einer Messgrösse ausdrücken, bei der der Kenner sofort mit der Zunge schnalzt: 7:30 Min.! Länger braucht der neue Porsche 911 GT3 nämlich nicht, um die legendäre Nürburgring-Nordschleife zu umrunden.

    Und wer mit dieser Zeit etwas anfangen kann, für den sind auch die 190  300 Franken angemessen, die Porsche für den GT3 quittiert.

    gebhard cramm

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