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07.02.2014 - Automobil Revue Automobil Revue

Modifizierter Polo

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Der neue Polo ist äusserlich fast ganz der alte geblieben: Scheinwerfer und unterer Lufteinlass sind leicht modifiziert. Der untere Bereich des Heckstossfängers wirkt optisch breiter.  Fotos: Werk
Der neue Polo ist äusserlich fast ganz der alte geblieben: Scheinwerfer und unterer Lufteinlass sind leicht modifiziert. Der untere Bereich des Heckstossfängers wirkt optisch breiter. Fotos: Werk

Äusserlich aufgefrischt, mit neuen Motoren und grossem Assistentenaufmarsch, rüstet VW den Polo für das Euro-6-Zeit-alter. Die Markteinführung erfolgt Ende April.



Seit Mitte der 1970er-Jahre ist der VW Polo ein Bestseller in der Kleinwagenklasse. Auf dem Genfer Autosalon 2009 präsentierten die Wolfsburger den kleinen Bruder des Golf bereits in der fünften Generation, und im Jahr 2010 wurde der Polo zum «Auto des Jahres» gewählt, vor dem Toyota IQ und dem Opel Astra.

 

grösse unverändert Wenige Wochen nach dem Genfer Salon rollt nun eine umfassend modifizierte Neuauflage des «kleinen Golf» auf unsere Strassen. Die Hauptabmessungen sind unverändert geblieben: Das Auto misst 4,97 m in der Länge sowie 1,68 m in der Breite und weist einen Radstand von 2,47 m auf. Front und Heckpartie sind im Designstil des Hauses überarbeitet worden; auch der neue Polo wirkt sauber und sportlich geformt. Die VW-Desi­gner verzichten damit erneut auf jegliche Jöh-Elemente, die in dieser Klasse noch oft anzutreffen sind.

Vorne fallen der neue Stossfänger mit grösserem unterem Lufteinlass und die LED-Doppelscheinwerfer auf, während bei der Neugestaltung der Heckpartie auf eine Betonung der Breite hingearbeitet wurde, unter anderem durch die Verlagerung der Rückstrahler in den Stossfänger. In der Seitenansicht sind es mehrere neue Felgen in den Dimensionen von 15 bis 17 Zoll, die dem Polo einen frischen Anstrich verleihen. Und, apropos Anstrich: Acht der insgesamt 15 verfügbaren Lacktöne sind anlässlich der Modellüberarbeitung neu abgemischt worden.

 

Dreizylinder Mit vorerst sieben Motorvarianten startet der Polo ins Euro-6-Zeitalter, das für die Typenprüfung offiziell im September dieses Jahres beginnt. Dabei handelt es sich um vier Benziner und drei Diesel. Den Benziner-Reigen eröffnet der 1-L-Dreizylinder, der bereits im VW Up Verwendung findet und den es ebenfalls in den zwei Leistungsstufen mit 44 und 55 kW (60 und 75 PS) gibt. Der Basismotor ist mit Saugrohreinspritzsystem sowie Stopp-Start-Anlage und Rekuperationsmodus bestückt, schafft den EU-Normzyklus mit 4,6 L/100 km, was einem CO2-Ausstoss von 106 g/km entspricht. In der zweiten Jahreshälfte wird der 1-L-Dreizylinder zusätzlich als TSI mit Turboaufladung und Direkteinspritzung vorliegen. Mit der Maximalleistung von 66 kW (90 PS) entspricht er dem bei der Polo-Lancierung noch aktuellen Vierzylinder 1.2 TSI, beim Normverbrauch von 4,1 L/100 km unterbietet er den Vorgänger aber um 0,8 L/100 km. Die kräftigere 1,2-L-TSI-Variante bringt es auf 81 kW (110 PS). Eine Blue-GT-Version mit Zylinderabschaltung und 110 kW (150 PS) kommt Ende Juni, und gegen Jahresende wird auch wieder ein GTI verfügbar sein; dessen Maximalleistung steigt von 132 auf 141 kW (192 PS). Aus­serdem wird ab Mai auch ein neuer Cross Polo lieferbar sein.

Der brandneue 1,4-L-Turbodiesel-Dreizylindermotor löst die beiden 1,2- und 1,6-L-Selbstzünder ab. Der Motor, den wir in einer der nächsten AR-Ausgaben noch ausführlich beschreiben werden, liegt in drei Leistungsstufen vor: 55 kW (75 PS), 66 kW (90 PS) und 77 kW (105 PS). Charakteristisch sind unter anderem das Zweimassenschwungrad und die Schwingungsausgleichswelle. Damit soll der Dreizylinder bemerkenswert vibrationsarm und – auch dank der speziellen Kapselung – sehr leise laufen.

Je nach Motorisierung dienen 5- oder 6-Gang-Handschaltgetriebe oder Doppelkupplungsgetriebe der Kraftübertragung. Das Fahrwerk der Neuauflage setzt sich wie beim Vorgänger aus Federbeinen und Dreieckquerlenkern vorne und einer Verbundlenkerachse hinten zusammen. Neu ist allerdings die Auslegung der elektromechanischen Servolenkung. Neu ist ausserdem die erstmals in einem Polo angebotene zweistufige Dämpfung im optionalen Sport-Select-Fahrwerk.

 

innen aufgewertet Für den 2014er-Auftritt ist der Polo mit vielen Neuerungen im Innern ausgestattet worden. Instrumentierung und Mittelkonsole treten mit neuem Layout auf. Speziell sind das in 3D-Optik gehaltene Kombiinstrument und die neu konzipierte Bedienung der Mittelkonsole in mehrere Ebenen. Im Rahmen des modularen Infotainmentbaukastens stehen vier Geräte mit Touchscreen in unterschiedlicher Ausbaustufe zur Wahl. Ganz neu im Polo ist das optionale Feature Mirror-Link, das es ermöglicht, auf dem Smartphone angezeigte Inhalte und Funktionen via Touchscreen des Infotainmentsystems darzustellen und zu bedienen.

Zum Club der Assistenten im Polo gehören ab Markteinführung Ende April unter anderen die automatische Abstandsregelung ACC, das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist, die City-Notbremsfunktion, die Multikollisionsbremse und die Müdigkeitserkennung. Alle diese Systeme kommen aus höheren Fahrzeugsegmenten und sind in der Polo-Klasse noch eher selten zu finden.

 

launchmodell Wie den bisherigen Polo gibt es auch den neuen in den drei Ausstattungsvarianten Trendline, Comfortline und Highline. Beim Marktstart wird zudem das Sondermodell Fresh mit zweifarbigem Interieur angeboten. Weitere Merkmale dieses Modells sind die 16-Zoll-Räder Portago und die spezielle Lackierung Cornflower Blue.

Die Preise für die neuen Polo-Modelle stehen noch nicht fest. Sie sollen aber trotz deutlich gestiegenem Ausstattungsniveau und umfassend überarbeiteter Antriebstechnik nicht höher sein als jene der entsprechenden bisherigen Modelle.

Die Markteinführung in der Schweiz erfolgt Ende April. Der Cross Polo folgt im Mai, der Blue GT im Juni und der GTi schliesslich Ende Jahr. sha