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07.03.2014 - Automobil Revue Automobil Revue

Jeep zeigt klare Kante

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Der neue Renegade ist 423 cm lang und wird in Italien gebaut. Er feiert in Genf Premiere, während sein Schwestermodell von Fiat erst im Sommer vorgestellt wird.



Mit dem Renegade setzt die amerikanische Fiat-Tochter auf das «schnell wachsende B-Segment», wie Jeep-Markenchef Mike Manley betont. Der Name erinnert dabei an die Renegade-Modelle des Jeeps CJ in den 70er- und frühen 80er-Jahren.

Entwickelt wurde der geländegängige SUV im Konzernverbund mit Fiat auf Punto-Plattform, offiziell firmiert die Architektur unter «Small-Wide 4×4». Beim ita­lienischen Mutterunternehmen soll er die Modellfamilie des 500 L erweitern. Gebaut wird er in der Fabrik Melfi. Während der Fiat 500X, so erste Bilder, eher ein weichgespültes Lifestyle-Design zeigt, hat Jeep den Mut zur geraden Linienführung.

Geländequalitäten Angeboten wird der Renegade sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb. Das 4×4-System lehnt sich dabei an die Technik des neuen Jeep Cherokee an. Die Antriebskraft wird variabel zwischen den Achsen verteilt, im Extremfall gehen 100 Prozent Antrieb auf ein Rad. Um Treibstoff zu sparen, werden unter normalen Strassenbedingungen nur die Vorderräder angetrieben, die Hinterachseinheit ist automatisch entkoppelt. Vier Fahrmodi stehen zur Verfügung, um den Antrieb an den Untergrund anzupassen: Auto, Snow, Sport und Sand/Mud.

Als verschärfte Geländeversion steht der Renegade Trailhawk zur Wahl. Der hat nicht nur ein fünftes Selec-Terrain-Programm für steinigen Untergrund (Rock), sondern auch mehr Bodenfreiheit und anders geschnittene Front- und Heckschürzen. Der Trailhawk bietet 22 cm Bodenfreiheit im Gegensatz zu 20 cm beim normalen 4×4 und 17 cm beim 4×2-Modell. Bei den Böschungswinkeln (30,5 ° vorne, 34,3 ° hinten) liegt der Trailhawk ebenfalls klar vor den zivileren Versionen, gleiches gilt für den Rampenwinkel von 25,7 °. Serienmässig beim geländegängigsten Renegade ist der Active Drive Low, das bedeutet eine Geländeuntersetzung von 20:1. Die Wat-Tiefe beträgt bis zu 48 cm, die Anhängelast liegt bei bis zu 1500 kg.

Auf bis zu 16 Motor-Getriebekombinationen rechnet der Hersteller die möglichen Variationen für den Renegade hoch. Zum Einsatz kommen vier Benziner mit Multi-Air-Technologie sowie zwei Turbodiesel (Multijet II). Diese können kombiniert werden mit zwei Handschaltgetrieben, einem Getriebe mit Doppelkupplung sowie dem 9-Stufen-Automaten von ZF, der erstmals im B-Segment angeboten wird.

Auf dem europäischen Markt werden folgende Benziner angeboten: Der 1.4 Multi Air  2 mit 138 PS kann nur mit Vorderradantrieb kombiniert werden, der 1.4 Multi Air  2 Turbo mit 168 PS wird ausschliesslich mit 4×4 und 9-Stufen-Automat angeboten. Ausschliesslich als Fronttriebler ist der 1.6 E-Torq mit 108 PS im Programm. Der kleinere Diesel hat 1,6 L Hubraum und leistet 118 PS bei 320 Nm maximalem Drehmoment, er ist als Fronttriebler verfügbar. Allradtechnik und 9-Stufen-Automat (oder 6-Gang-Handschaltung) gibt es beim 2.0 Multijet, der auf 350 Nm Drehmoment kommt und alternativ 138 oder 167 PS leistet. Alle Motoren in Europa sind serienmässig mit Stopp-Start-System ausgestattet.

Mit einer Länge von 423 cm und einem Radstand von 257 cm bewegt sich der Renegade im klassentypischen Umfeld. Der Kofferraum hat ein Volumen von 350 dm3, die Ladekante liegt mit 77 cm recht hoch. Eine Vielzahl an Assistenzsystemen kann in die Konfiguration gepackt werden, etwa Kollisionswarnung, Spurhalteassistent, Totwinkel-Warnung oder hintere Querbewegungserkennung. Das Uconnect-System bindet Smartphones ein. Ein optionaler Farbbildschirm mit 17,8 cm Diagonale kann vom Fahrer frei konfiguriert werden.

Wer das besonders luftige Fahrgefühl bevorzugt, kann den Renegade mit dem Dachsystem My Sky ordern – die Fiberglas-Elemente lassen sich komplett herausnehmen. (KJ)