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10.02.2010 - Automobil Revue
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Opel Meriva B

Wenn der neue Meriva (siehe AR 1/2010) Ende Juni auf den Schweizer Markt kommt, wird er nicht der erste Opel mit hinten angeschlagenen Fondtüren sein.

Wenn der neue Meriva (siehe AR 1/2010) Ende Juni auf den Schweizer Markt kommt, wird er nicht der erste Opel mit hinten angeschlagenen Fondtüren sein. Schon der Kadett und der Admiral (beide 1938), aber auch ein 1950er-Kapitän wiesen diese Lösung auf, weil die Ingenieure den Passagieren in der zweiten Reihe ein bequemeres Ein- und Aussteigen ermöglichen wollten. In England lebt die Idee mit dem London-Taxi bis heute.

Es ist also alles schon mal da gewesen – warum also spricht der Hersteller beim Türkonzept des zweiten Meriva von einer Innovation? «Weil frühere hinten angeschlagene Türen null Sicherheit boten», sagt Meriva-Chefingenieur Helmut Ruff. «Sie hatten nur einfache Riegelschlösser, die in dünne Pföstchen einrasteten – im Crashfall war das der reinste Horror! In Deutschland wurden die Portaltüren 1961 sogar verboten. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten können wir jedoch optimalen Insassenschutz garantieren.»

Zum einen besteht die B-Säule des kommenden Meriva aus hochfestem Stahl, der die Kabine vor seitlichen Einschlägen zu schützen weiss – Opel strebt fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest an. Zum anderen verfügen die hinteren Türen über Sicherheitsschlösser, die bei 4 km/h automatisch verriegelt werden. Ab dieser Geschwindigkeit lassen sich die Türen auch nicht mehr von innen öffnen, kann hinten also auch kein Kind aus dem Auto fallen.

Rolls-Royce sei dank Ganz neu entdeckt hat Opel die alte Tür-Idee allerdings nicht und gibt das auch offen zu. Man weist aber höflich darauf hin, dass sowohl der Mazda RX-8 als auch der Mini Clubman umständlich nutzbare Konstruktionen abgeliefert haben, weil bei beiden zuerst immer eine vordere Tür geöffnet werden muss. Davon abgesehen handle es sich um ein Sportcoupé und einen 3-Türer, also kein vollwertiges Familienauto.

Portaltüren, die sich auch ohne Beteiligung der vorderen Zustiege bedienen lassen, bieten bisher nur die Rolls-Royce-Modelle Phantom und Ghost. Die britische Luxusmarke gehört wie Mini zu BMW, und «die Münchener haben die erforderliche Lobby-Arbeit geleistet», verrät ein Opel-Mitarbeiter: «Ohne Änderungen des Gesetzgebers wäre unser Türsystem nicht zulassungsfähig gewesen.»

Schiebetüren schieden aus Gewichts- und Design-Gründen aus. Tatsächlich gelingt das Ein- und Aussteigen hinten eleganter als mit konventionellen Fondtüren, doch muss man umdenken – und vielleicht auch die günstig platzierten Haltegriffe an der B-Säule nutzen.

Optisch wirkt der neue Opel-Minivan wie aus einem Guss und ist gut verarbeitet, mit 428 cm Länge (plus 23 cm) und 180 cm Breite (plus 10,5) aber auch deutlich grösser als sein Vorgänger. Der Radstand beträgt 264 cm, und das Styling folgt den grossen Brüdern Zafira und Insignia, mit denen sich der Meriva auch Komponenten wie Fahrwerk oder Elektronik teilt. «Er ist also keine Corsa-Variante», betonen die Opelaner.

Während man die 84 Grad weit öffnenden Fondtüren in geschlossenem Zustand kaum bemerkt, fällt der markante Knick in den Seitenfensterlinien stärker auf. Den kennt man vom Citroën C4 Picasso, doch nur beim Siebensitzer Grand und eben beim Meriva lassen sich die hinteren Seitenscheiben voll versenken.

Sehr variabel Der neue Meriva will ein Auto für viele Gelegenheiten und Zielgruppen sein. Neben jungen Paaren mit Kindern, die Platz und Sicherheit zu erschwinglichen Preisen suchen, hat man auch ältere Semester mit ihren Komfortansprüchen im Kundenvisier: «Senioren sind heute aktiver denn je, gerne in Gesellschaft unterwegs und bevorzugen eine höhere Sitzposition», heisst es in Rüsselsheim. Dort kürt man das Auto in bestem Werbejargon zum «Flexibilitäts-Champion». Schliesslich biete der Wagen nicht nur diese Türen, sondern auch innen eine Vielzahl von Raumgestaltungsmöglichkeiten.

Gemeint ist hier vor allem das aus dem Zafira bekannte Flex-Space-System: Im fünfsitzigen Meriva lassen sich die Plätze der zweiten Reihe verbreitern, um zwei Personen mehr Platz zu bieten, auch in Längsrichtung verschieben – und natürlich ebenerdig umklappen. Besonders stolz ist man auf Flex Rail – eine serienmässige, modulare Mittelkonsole, die sich auch im Kofferraum verstauen lässt.

Der Meriva kommt übrigens mit Benzin- und Diesel-Vierzylindern, die zwischen 95 und 140 PS leisten. Eine OPC-Version ist nicht mehr vorgesehen.
 

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