Sicherlich hat es sich BMW, pardon Mini, nicht einfach gemacht bei der Namensgebung für seine neue Modellreihe. Aber uns erinnert der Name Countryman eher an Arbeitsgeräte à la John Deere oder Briggs&Stratton als an ein neues Lifestyle-Fahrzeug. So soll der neue Mini-SUV in einigen Ländern denn auch tatsächlich anders heissen.
Viertürer Dabei hätte die vierte Mini-Baureihe doch wirklich Besseres verdient. Erstmals als Viertürer mit einer zusätzlichen, nach oben öffnenden Heckklappe, erschliesst Mini mit dem Countryman das stetig wachsende Kundensegment für allzwecktaugliche, witzig designte Fahrzeuge.
Umso mehr, als dass es den Countryman bei Cooper S und Cooper D auch optional mit Allradantrieb gibt, der die Antriebsleistung je nach Anforderung automatisch von normalerweise 50% auf bis zu 100% an die Hinterachse leitet. Damit wird der Landmann umso interessanter für die allradverrückten Herrn und Frau Schweizer. Der neue Mini tummelt sich im Segment der kleinen SUV, die bislang hauptsächlich von Skoda Yeti oder Toyota Urban Cruiser besetzt wurden.
Gewachsen Der um 39,5 gegenüber dem normalen Mini beziehungsweise 16cm gegenüber dem Clubman auf 409,5 cm gewachsene Countryman weist mit 259,5 cm auch einen um 13 bzw. 5 cm grösseren Radstand auf.
Die zusätzlichen Zentimeter kommen gemäss Mini vollumfänglich den Passagieren und dem Gepäckraumvolumen zugut. Letzteres wächst auf stattliche 350 bis zu 1170 dm3 bei abgeklappten Rücksitzlehnen an. Fahrer und Beifahrer wiederum profitieren von der vergrösserten Bodenfreiheit und somit einer erhöhten Sitzposition. Wahlweise können zwei weitere Passagiere auf in der Länge um 13cm verschiebbaren luftigen Einzelsitzen oder drei schmälere Zeitgenossen auf einer 40 zu 60 geteilten, separat verschiebbaren Rücksitzbank Platz nehmen.
Innovativ Witzig ist das innovative Schienensystem zwischen den Sitzen. Das von Mini Center Rail genannte Befestigungssystem ermöglicht es neben der Armauflage, Halterungen für MP3-Player, Brillenetui, Cupholder usw. verschiebbar befestigt immer griffbereit und trotzdem sicher verstaut mitzuführen. Das integrierte Kabelmanagement erlaubt den Anschluss elektronischer Geräte an das Stromnetz oder das Radiosystem des Countryman. Wie bei Mini üblich, lässt sich der Countryman individuell aufrüsten, so gibt es beispielsweise eine in der Farbe variierbare Ambiente-Innenraumbeleuchtung oder verschiedene Designs mit abgestimmten Farben.
Der Countryman profitiert von den von Mini komplett überarbeiteten Motoren. Drei Benziner und zwei Diesel stehen zur Auswahl. Serienmässig wird über ein manuelles Sechsganggetriebe geschaltet. Für die Benziner gibt es optional ein Sechsgang-Automatikgetriebe. Alle Benziner erhalten die von BMW bekannte voll variable Valvetronic-Ventilsteuerung.
Der Cooper S vereint zusätzlich Benzindirekteinspritzung und Twin-Scroll-Turbolader. Bei 135 kW (184 PS) Leistung soll der Cooper S Countryman einen NEFZ-Gesamtverbrauch von lediglich 6,3 L/100 km erreichen. Noch sparsamer die beiden per 2 mm vergrösserter Bohrung auf nun ebenfalls 1598 cm3 gebrachten Voll-Alu-Common-Rail-Turbo-Dieselmotoren (siehe Tabelle). Für eine weitere Verbrauchsreduktion sorgen die je nach Modell verfügbaren Stopp-Start-Systeme mit Bremsenergie-Rückgewinnung und die bedarfsgerechte Regelung von Nebenaggregaten.
Fahraktiv Bei der Fahrwerksentwicklung konnte sich Mini grosszügig aus den BMW-Regalen bedienen. Die bekannte McPherson-Querlenker-Aufhängung vorne wird kombiniert mit einer Multilenker Hinterachse, die sowohl für Front- wie auch Allradantrieb ausgelegt wurde. Zusätzlich mit Stabilisatoren vorne und hinten versehen, soll der Countryman das Gokart-typische Fahrverhalten der anderen Mini-Modelle aufweisen. Neben einer elektrischen Servolenkung, ESP mit Berganfahrhilfe und einer Kurvenbremsregelung erhält der neue Mini auch noch eine elektronische Differenzialsperre an der Vorderachse.
Der Mini Countryman steht im März am Salon in Genf. Erste Auslieferungen sind für Spätsommer geplant, die Preise sind aber noch nicht bekannt.





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