Bei BMW ist man stolz auf dieses neue Produkt. Der Fünfer dürfte optisch nun auch jenen Teil der Klientel überzeugen, der sich mit dem Fliessheckvorläufer GT nicht so recht anfreunden konnte. Ausführlich haben wir das Design der neuen Stufenhecklimousine aus München bereits in AR 49/2009 beschrieben. In der Zwischenzeit ergab sich die Gelegenheit für erste Probefahrten, die wir mit den Modellen 535i und 530d absolvierten – jenen Motorvarianten, von denen der Hersteller und auch der Schweizer Importeur den grössten Anteil an den Verkaufszahlen erwartet.
Harmonische linien Der harmonisch geformte neue 5er präsentiert sich trotz völlig konventioneller Bauart modern. Gut proportionierte Karosserielinien und -flächen vermitteln den Eindruck von zeitloser Eleganz und Sportlichkeit. Die Länge des Neuen ist um 4 auf 490 cm gewachsen, der Radstand hat gar um 8cm zugenommen, doch wirkt das Auto wegen der vergleichsweise kleinen Überhänge sehr dynamisch.
Auf der Strasse überspielt der Fünfer das Agilitätshandicap langer Radstand elegant mit der Aktivlenkung sowie den zusätzlich mitlenkenden Hinterrädern. en. Eine ganze Menge von Fahrerassistenzsystemen feiert Serienpremiere im Fünfer. Neben dem Parkassistenten, der eine ausreichend grosse Parklücke erkennt und schliesslich beim Einparkieren völlig selbsttätig lenkt, sind beispielsweise das Surround-View-System, die Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion und die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stopp-and-go- sowie Tempolimit-Funktion zu nennen.
Zudem gibt es einen Spurwechselassistenten, eine Spurverlassenswarnung, eine Tempolimiterkennung sowie Head-up-Display, Night Vision und Rückfahrkamera.
Gewichtsprobleme Leider hat der Fünfer mit der gewachsenen Karosserie auch wieder an Gewicht zugelegt. «Dank intelligentem Leichtbau allerdings nur wenig», kommentiert BMW-Vorstand Herbert Diess, verantwortlich für Einkauf und Lieferantennetz, die Gewichtsprobleme, die der 5er im Übrigen mit praktisch allen seinen Mitbewerbern teilt. «Immerhin ist das Auto grösser geworden und kommt mit einer deutlich erweiterten Komfort- und Sicherheitsausstattung daher.»
Wenn auch dieses Gewicht der Fahrdynamik nicht förderlich ist, muss dem neuen BMW nach den ersten Probefahrten zugute gehalten werden, dass er mit dem Mehrgewicht von gut 100 kg gegenüber dem Vorgänger recht leichtfüssig umgeht. Das liegt einerseits am neuen Alu-Fahrwerk mit der Doppelquerlenker-Vorderachse und der Mehrlenkler-Hinterachse, andererseits an den drehmomentstarken Motoren. Sowohl der im 535i installierte Biturbo-Reihensechser-Benziner als auch der 6-Zylinder-3-L-Selbstzünder des 530d sorgen mit Drehmomentmaximalwerten von 400 beziehungsweise 540 Nm, die schon bei niedrigen Drehzahlen von 1200 und 1750/ min erreicht werden, für temperamentvolle Beschleunigungsvorgänge. Für beide Motoren steht zwar ein 6-Gang-Handschaltgetriebe zur Wahl, doch dürften sich die meisten Interessenten für die 8-Stufen-ZF-Wandlerautomatik entscheiden. Diese schaltet extrem sanft und bei entsprechender Fahrweise auch sehr schnell.
Die Schaltpunkte werden der Fahrweise beziehungsweise dem gewählten Dynamikprogramm angepasst. Wie schon im 7er hat der 5er-Fahrer die Wahl zwischen vier Festeinstellungen zwischen Comfort und Sport Plus. Dabei werden Dämpferhärte, Getriebeschaltpunkte und Gasannahme angepasst.
Das Modellangebot, das ab 20. März in den Showrooms steht, wird später im Jahr erweitert durch die Kombiversion Touring. Eventuell kommen noch weitere Antriebsvarianten ins Programm. Der 6. Fünfer Mit der Lancierung der sechsten Generation der 5er-Reihe erneuert BMW die traditionsreichste Modellfamilie des Hauses.
Als Ablösung der Vertreter der «Neuen Klasse», bestehend aus den Modellen 1500, 1800 und 2000, startete der Fünfer 1972 als 520 und 520i, deren Motoren 115 (mit Vergaser) oder 130 PS (mit Einspritzung) leisteten. Bald folgte mit dem 525 der erste Sechszylinder, und mit dem M535i (218 PS) begann auch die Karriere der M-Modelle.
In der zweiten Generation, die 1981 anlief, setzten der für viele BMW-Liebhaber erstaunliche 524td – ein Dieselmodell! – und der M5 von 1985 Akzente. Im 525e kam erstmals ein auf Durchzugs-kraft und Wirtschaftlichkeit optimierter Benziner zum Einsatz. Er lieferte die Höchstleistung von 125 PS schon bei 4250/min.
Der dritte Fünfer startete 1988 mit lauter Sechszylinder-Einspritzmotoren, denn inzwischen war die Katalysator-Ära angebrochen. 1992 kamen mit dem 530i und dem 540i die ersten V8-Triebwerke, später im 518i auch wieder ein Vierzylinder. Schliesslich begann nach 1990 auch die Zeit der Fahrdynamikregelsysteme – bei BMW Automatic Stability Control (ASC) genannt –, der elektronisch geregelten Allradantriebssysteme und der Karosserievariante Touring.
5er Nummer 4 wurde karosserieseitig weiterverfeinert und vergrössert. Navigation und Aktivsitze kamen an Bord. Für Motoren und Fahrwerk wurde immer mehr Aluminium eingesetzt. An die Spitze der Modellreihe fuhr der 400-PS-M5.
2003 kam die jetzt abtretende fünfte Generation auf die Strasse. Mit sieben Benzin- und vier Dieselmotoren deckte sie einen Bereich von 125 bis 373 kW (170 bis 507 PS) ab. Als Efficient-Dynamics-Massnahmen wurden Innovationen wie die Bremsenergierückgewinnung und die bedarfsangepasste Nebenaggregatesteuerung eingeführt.
Von den ersten fünf Generationen des 5ers haben die Bayern in Dingolfing mittlerweile mehr als 5,5 Millionen Einheiten gefertigt.





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