84. Internationalen Automobil-Salons Genf

fr  |   de  |   en
Menu
07.02.2014 - Automobil Revue Automobil Revue

Der Hybrid soll es sein

« »
« Retour
Der Golf GTE auf der Suche nach Traktion. Verbrennungs- und Elektromotor kombinieren ihre Stärken. Fotos: dr
Der Golf GTE auf der Suche nach Traktion. Verbrennungs- und Elektromotor kombinieren ihre Stärken. Fotos: dr

Offensive - Vielleicht etwas spät, dafür entschlossen setzt der VW-Konzern auf Plug-in-Hybride. Neu auch im 204-PS-Golf GTE.



Das Ziel ist für alle Autohersteller dasselbe: Sie müssen bei Verbrauch und CO2-Ausstoss ambitiöse politische Vorgaben erfüllen. Über den erfolgversprechenden und vor allem einträglichen Weg zum niedrigen Flottenverbrauch scheiden sich die Geister. Eine verstärkte Elektrifizierung scheint nahe liegend.
Welcher Art, das schien im Volkswagen-Konzern lange nicht entschieden, zu lange, wie Kritiker anmerkten. Jetzt aber rollt die Strom-Welle im Reich des Ferdinand Piechs, und für die nächsten Jahre versprechen sich die Firmenoberen die besten Resultate mit Plug-in-Hybriden. Bei VW fällt der Startschuss noch dieses Jahr mit dem Golf GTE. Im Projekt­sta­dium zirkulierte noch die Bezeichnung Twin Drive.

SCHWUNGVOLL Der Name GTE zeigt bereits, wes Geistes Kind der hybridisierte Golf sein soll: kein reines Sparmobil für die beschränkte Fahrfreude, sondern ein sportlich motorisiertes Auto, nicht viel anders als GTI und GTD. 150 kW, oder für die Freunde der konventionellen Leistungsangabe 204 PS, erreicht die Kombination von 1,4-TSI und Elektromotor.
Die Technik teilt der Hybrid-Golf mit dem bereits lancierten Audi A3 e-tron (Fahrbericht AR 38/2013). Die Sparsamkeit kommt nicht zu kurz, der Normverbrauch NEFZ liegt bei 1,5 L/100 km, möglich dank bis zu 50 km Reichweite mit dem 8,8 kWh-Akku.
Anlässlich einer kurzen Vorstellung schwärmte Entwicklungschef Heinz-Jakob Neusser aber mehr von den dynamischen Vorteilen der Motoren-Paarung (die Kraft der beiden Maschinen wird durch eine zusätzliche, zwischen E-Motor und TSI-Schwungrad platzierten Kupplung gekoppelt): «Die beiden Antriebe ergänzen sich ideal. Die Spitzenleistung des Verbrenners und das sofort verfügbare Drehmoment des Elektromotors.»
Optisch lässt sich der GTE vorab dank der Logos an Front und Heck erkennen und an der LED-Lichterspange, die sich unter dem Kühlergrill bis an die Fahrzeugflanke zieht. Innen bleibt der Golf GTE ein Golf. Neu sind eine Start-Stopp-Taste, die den Zündschlüssel ersetzt, und die GTE-Taste, mit der sich der Hybrid-Modus beeinflussen lässt. Links in der Instrumententafel sitzt eine kleine Drehzahlanzeige in einer grossen Stromuhr.
Eine kurze Probefahrt auf schwedischem Eis am Rande der Golf-R-Fahrpräsentation bewies schon mal das reibungslose Zusammenspiel der zwei Motoren; über den tatsächlichen Fahrzustand war man sich erst nach einem Blick ins Display wirklich sicher.
Die Plug-in-Version des Golf feiert in Genf seine Schweizpremiere. Daniel Riesen